Udo Linke

In the Delhi Metro

Delhi-metro

Die Mutter des Kontrast. Die Grenze zwischen Delhi und der westlichen Welt. Der Pfad zwischen Zivilisierter Struktur und strukturiertem Chaos.

 

Die Metro ist unumstritten das beste Fortbewegungsmittel in Delhi. Das System ist für mich in allen anderen Ländern unerreichbar.

Man geht an den Verkaufsschalter sagt dem Kassierer wo man hin fahren möchte, bezahlt einen sehr günstigen Preis und bekommt dafür einen Fahrchip (Token).
Nach einer Sicherheitskontrolle wie am Flughafen kann man diesen Token benutzen und den Metro-bereich betreten. Vorbei an den schwer bewaffneten Soldaten die an jedem Eingangsbereich Wache schieben.

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one night in bangkok

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Der letzte Tag in der Megametropole Delhi endete heute – zum Glück. Die Atemwege und Bronchien kündigten bereits Streik an. Der Smog wurde zu einer unerträglichen Last, aus der kein Ausweg führte. Wir waren beide mehr als glücklich, als wir morgens den klimatisierten und smogfreien Airport in Delhi betraten.

Der Checkin dauerte ungewöhnlich lange, aber der Flug startete ohne Verzögerung. Nach knapp dreieinhalb Stunden landeten wir in Bangkok. Auf einer Bank auf dem Airport überlegten wir die nächsten Schritte, Plan A war schnell ein Hotel zu finden um erstmal eine Basis zu schaffen, Plan B der schnelle Transfer nach Pattaya, wo wir uns erstmal ein paar Tage von den Nachwehen des Smogs erholen konnten. Wir entschieden uns für Plan A und den billigsten Weg in die Innenstadt von Bangkok, mit der Metro. Bereits hier merkten war ein deutlicher Kontrast zu spüren. Während in Delhi dichtes drängen,schubsen und schieben an der Tagesordnung ist, geht es in Bangkok wesentlich gelassener und ruhiger zu. Und auch der Verkehr war ungewöhnlich gut organisiert, nicht so organisiert und regelkonform wie in Deutschland, aber sehr viel strukturierter und auch ungefährlicher als auf den Straßen Delhis. Die Innenstadt ist sehr sauber, beeindruckende Bauten sind nicht selten an breiten Allee zu finden. Im Vergleich zu Rajong oder auch Pattaya sehr sauber, technisch modern und gut organisiert. Außerdem ist auch noch in Bangkok von der Warmherzigkeit und Gastfreundlichkeit der Thailänder viel zu spüren.

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welcome to india

DSC_0007Pünktlich um 8:20 Uhr ging unser Flieger von Hamburg nach München. Und planmäßig landeten wir in Abu Dhabi. Zwei Stunden danach sollte unser nächster Flug nach Delhi starten. Dem ersten Ziel unserer Asienreise. 

Nach dem der geplante Flug bereits eine Stunde Verzögerung hatte und die Stimmung am Terminal zusehends unruhiger wurde, teilte uns der Kapitän des Flugzeuges in einer persönlichen Ansprache mit, dass das Flugzeug einen nicht näher benannten technischen Defekt hat und uns kurzfristig ein anderes Flugzeug zur Verfügung gestellt werden sollte. In einer Menschenschlange, quer durch den Flughafen von Abu Dhabi wanderten wir zum Terminal 22 um den Ersatzflug anzutreten. Nach weiteren zwei Stunden Wartezeit wurde uns mitgeteilt, dass das Ersatzflugzeug statt 240 nur 190 Sitzplätze zur Verfügung hat und die übrigen 50 Passagiere, darunter wir, erst Morgen mit einer anderen Airline fliegen können. Wir wurden im nahegelegenen Airport Premium Hotel untergebracht. Interessanterweise erfuhren wir dabei, dass in Abu Dhabi für deutsche Staatsbürger kein Visum notwendig ist.

Nach knapp 3 Stunden Schlaf traten wir dann endlich den Ersatzflug mit der indischen Jet Airways an. Unser Zustand war an einem Tiefpunkt angelangt, doch hätten wir gewusst was noch auf uns zukommt, hätten wir uns über die jetzt herrschende Situation gefreut. Was uns erwartete übertraf alle unsere schlimmsten Befürchtungen.

Am Flughafen von Delhi angekommen wollten wir auf schnellstem Weg zu unserem Hotel “Maurya Heritage”. Bereits gut informiert wussten wir, dass alle Preise auf die Hälfte runtergehandelt und vor Abfahrt ein fester Preis vereinbart werden sollte. Kaum hatten wir das Flughafengelände verlassen kamen auch schon sämtliche lautstarke Angebote einer ganzen Reihe Taxifahrer. Mit einem Fahrer unseres Vertrauens handelten wir den Preis von anfangs 2850 Rupiens auf 1700 Rupiens herunter. Völlig erfreut über unser Verhandlungsgeschick machten wir zunächst Bekanntschaft mit dem indischen Straßenverkehr. Auf den eigentlich zweispurigen Straßen fahren parallel zwei Autos, eine Rikscha, ein mittelgroßer Schulbus und dazwischen sämtliche Kleinmotorräder mit Abständen im Millimeterbereich. Es wird im Sekundentakt gehupt und auch gerne mal ohne jegliche Vorwarnung die Straßenseite gewechselt wird. Anders wie in Thailand wo zumindest im Schwärmen gefahren wird, nachdem Prinzip “der Stärkere hat Vorfahrt”, herrscht hier heilloses durcheinander. Durch das ständige Hupen sind die Straßen sehr laut und durch die Dichte des Verkehrs entsteht ein sehr unangenehmer Smog. Ein Tag in Delhi, sagt man, sind wie vierzehn Zigaretten rauchen.

Nach knapp einer Stunde durch Delhis dichten Straßenverkehr teilte uns der Fahrer mit, dass er überhaupt keine Ahnung habe wo sich unser Hotel befindet. Er bot an, uns auszusetzen oder uns zu einem Tourismus Center zu fahren. Im Tourismus Center wurde uns schnelle Hilfe versprochen, weshalb wir diese Variante wählten. Das Touristen Center entpuppte sich als ein winziges Büro mit zwei Zimmern in einer Nebenstraße. Wir wurden sehr freundlich empfangen und nahmen im Hinterzimmer in einem kleinen Büro platz. Der Taxifahrer folgte uns und setzte sich auf einen kleinen Hocker in die Ecke. Nachdem wir unser Situation erklärt hatten gab uns der Mitarbeiter zu verstehen das wegen einem zurzeit stattfindenden Festival die Straße zum Hotel gesperrt ist. Und ein Hinkommen unmöglich sei. Außerdem sei Delhi keine schöne Stadt und wir sollten die Gelegenheit nutzen uns Jaipur und das goldene Dreieck anzusehen. Im selben Atemzug bot man uns eine Reise über Agra nach Jaipur an, für knapp 1000 Dollar. Wir könnten dann auch direkt heute Nacht noch starten. Uns kam diese Situation sehr spanisch vor. Auf unsere Bitte hin rief der Mitarbeiter das gebuchte Hotel an. Und nun folgte ein weiterer Hammer: In einem fingierten Gespräch indem sich ein weiterer Mitarbeiter des Touristen Centers als Hotelrezeptionist ausgab wurde uns mitgeteilt das die Reservierung storniert wurde. Zum Glück rochen wir den Braten rechtzeitig und merkten, dass wir hier abgezockt und betrogen wurden.

Wir gaben zu verstehen das wir nicht über soviel Geld verfügen und bereits von Deutschland aus im vorraus für unser Hotel bezahlt hätten. Wir würden einfach gerne für heute Nacht in ein anderes Hotel unterkommen und Morgen in Ruhe mit der Reiseleitung Kontakt aufnehmen. Offensichtlich merkten nun auch die Mitarbeiter des Touristen Centers, dass wir ihnen auf die Schliche kamen. Denn plötzlich wurde uns für die Fahrt zum Hotel ein Tuk Tuk angeboten. Da es wohl leichter durch die angeblich gesperrte Straße kommen würde. Gleichzeitig wurde erwähnt das Weißhäutige hier sehr schnell in Bedrängniss geraten. Die Straßen sind für “Weiße” sehr gefährlich und ein Raubüberfall nicht unwahrscheinlich, hieß es. Ohne uns eine Wahl zu lassen wurden unsere Koffer vom Taxi in das Tuk Tuk umgeladen. Um sicher zu gehen fragten wir den Tuk Tuk Fahrer ob er den Weg zu unserem Hotel, dem Maurya Heritage, kennt. Er nickte ab!

Auf einer weiteren halbstündigen Fahrt erklärte uns der Tuk Tuk Fahrer, das wir bei einer sogenannten “scam” Agentur gelandet waren, deren einziges Ziel es ist neu angekommene Touristen über den Tisch zu ziehen. Er erklärte auch, dass wir nur zu Agenturen gehen sollen die ein blaues Schild mit der Aufschrift Gouvernment über der Tür haben. Zu solch einer könnte er uns jetzt auch sofort hinfahren. Unsere Forderung, das wir nur zum Hotel wollen ignorierte er und fuhr uns zu einer anderen “Travel Agency”. Diesmal mit einem blauen Schild am Eingang mit der Aufschrift “Official Gouverment”.

Wir erlebten haargenau das selbe noch einmal. Fingierte Telefongespräche mit unserem und anderen Hotels. Warnungen, dass die Straßen für uns nicht sicher sind. Und die bekannte Reise für knapp 1000 Dollar nach Jaipur. Ein identisches Verkaufsgespräch, ein Dejavue. Da wir die Masche nun bereits kannten entschieden wir uns für den direkten Weg auf die offene Straße.

Der beißende Geruch von Urin und Fäkalien und der dichte Smog-Nebel machten uns sehr zu schaffen, doch das doch das schwerste Gepäck war die Angst. Mit vollen Koffern rollten wir über die huckligen Pisten. Nutzbare Bürgersteige gibt es in Delhi nur in Ausnahmefällen. Meist sind sie vollgepackt mit Verkaufsständen, oder zugeparkt. Völlig Orientierungslos und stark übermüdet standen wir in einer dichten Menschenmenge. Unser einziges Ziel: das nächstbeste Hotel zu finden.

Wir wurden oft angesprochen, höflich bat man uns zu einer Travel Agency zu folgen. Wir lehnten ab, wurden aber weiter verfolgt. An einer Kreuzung sahen wir zwei weiße Backpacker, Australier, wie sich herausstellte. In einem kurzen, aber freundlichen Gespräch empfahlen sie uns eine Agentur nur eine Straße weiter. In der empfohlenen Agentur wurde ein weiteres fingiertes Gespräch mit unserem reservierten Hotel geführt. Auch hier wurde uns gesagt das die Reservierung storniert wurde. Allerdings verzichtete man auf den Verkauf der Jaipur-Tour. Uns wurde stattdessen das Angebot gemacht uns kostenfrei in ein nahegelegenes Hostel zu bringen. Für nur zehn Euro pro Nacht, die wir aber auch erst am nächsten Tag zahlen müssten. Wir nahmen das Angebot an.

Während der Fahrt zum neuen Hotel lernten wir Rischi kennen, ein Inder mit zusammengewachsenen Augenbrauen, der sehr vertrauenserweckend von den ganzen Touristenabzocken erzählte und uns zum Abendessen im engen Familienkreis einlud. Er nutze mehrfach die Gelegenheit uns auf die Schulter zu klopfen um so sein Mitleid und seine Anteilnahme auszudrücken. Erst später merkten wir das er von genau dem selben Schlag war wie die anderen, aber er gab uns zumindest einen wertvollen Tipp mit: “Trust noboby and believe nothing here in India!”.
Das Hotel lag ebenfalls im Stadteil Karol Bagh, das Zimmer war sauber, wenn auch sehr heruntergekommen. Für unsere Ansprüche genug. Gewöhnungsbedürftig war die Toilette. Nach dem Toilettengang wird sich in Indien für gewöhnlich mit der linken Hand gereinigt. Mit der Rechten wird gegessen.

Am nächsten Tag machten wir uns auf den Weg zur Agentur “Le passion to India” die in unserem Reisebeleg als Ansprechpartner angegeben war. Nach einer einstündigen Fahrt mit der METRO, die U-Bahn Indiens, und das einzige wirklich funktionierende Verkehrsmittel, kamen wir an. In der Agentur wurde schnell gehandelt. Bereits nach Ankunft in unserer derzeitigen Unterkunft empfing uns ein Fahrer der uns in unser eigentliches gebuchtes Hotel bringen wollte.

Wir waren an einem Punkt angelangt an dem wir niemandem mehr vertrauten.

Doch in einem fremden, weit entfernten Land benötigt jedoch jeder Hilfe und da wir keine Wahl hatten, stiegen wir samt Gepäck in das Taxi ein. Mit dem schlimmsten rechnend und unerwartet wurden wir tatsächlich zum Maurya Heritage, unserem von Deutschland reservierten Hotel gebracht.

Das Hotel glich einem Rohbau der 80er Jahre mit starkem Räucherstäbchengeruch wurde versucht den immensen Gestank und den Smgog von draußen zu kompeniseren. Das Zimmer hatte kein Fenster. kein Safe. kein Kühlschrank. Und man traute sich nicht längere Zeit im Badezimmer zu verbringen. Zum Glück war das Bett frisch bezogen.

Unser Resumee in den ersten Tagen: Delhi ist ein hartes Pflaster. Nichts für schwache Nerven. Es droht Abzocke an jeder Ecke. Gut organisiert und mit viel krimineller Energie. Und die Straßen sind ein Labyrinth der Wahnsinnigkeit. Nein Delhi ist nichts für Sightseeing-Touristen, nicht für Kulturliebende. Aber es zeigt einen Spiegel auf, eine Welt die andersartiger nicht sein kann. Und als Beispiel dafür dient, wie die Entwicklung einer Stadt gründlich schief gehen kann. Ein undurchsichtiger Nebel aus Smog, in denen dicht an dicht Menschenmengen umherirren, stetig und ständig nach Gelegenheit suchend irgendwie ein Geschäft abschließen zu können. Marode Gebäude, heruntergewirtschaftete Ladenstraßen, völlig überfüllte, verdreckte Straßen. Und doch, wenn man ganz leise in sich geht, nicht agiert, sondern lauscht, beobachtet, heimlich um die Ecke linst. Machnmal, aber nur manchmal, entdeckt man noch etwas der damals so großen, mysteriösen Spiritualität Indiens.

Der Reisebericht bezieht sich nur auf Indiens Hauptstadt Delhi und kann und darf deshalb nicht als Indien Reisebericht gewertet werden. Wer allerdings eine Reise nach Indien plant, macht aber lieber einen großen Bogen um diese Stadt. Hier gibt es nichts zu holen – außer Husten und Schnupfen!

Land und Leute, Thailand Februar 2014

Die Reise nach Asien war ein voller Erfolg. u do und i go hatten viel Spaß. Doch war Anfangs alles nicht so Stressfrei. Am ersten Tag wurde mehr Geld ausgegeben als an den restlichen Tagen zusammen. Ständig musste für alles bezahlt werden. Von Ominösen Strafen bis hin zu einer Defekten Toilettenbrille.

Wenn man Thailand und vor allem Pattaya das erste mal besucht sollte man folgendes beachten:

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