In the Delhi Metro

Delhi-metro

Die Mutter des Kontrast. Die Grenze zwischen Delhi und der westlichen Welt. Der Pfad zwischen Zivilisierter Struktur und strukturiertem Chaos.

 

Die Metro ist unumstritten das beste Fortbewegungsmittel in Delhi. Das System ist für mich in allen anderen Ländern unerreichbar.

Man geht an den Verkaufsschalter sagt dem Kassierer wo man hin fahren möchte, bezahlt einen sehr günstigen Preis und bekommt dafür einen Fahrchip (Token).
Nach einer Sicherheitskontrolle wie am Flughafen kann man diesen Token benutzen und den Metro-bereich betreten. Vorbei an den schwer bewaffneten Soldaten die an jedem Eingangsbereich Wache schieben.

2,4 Millionen Menschen nutzen täglich die Metro. Es fahren 208 Metro-Züge gleichzeitig auf einer Gesamtstrecke von 193 km. Dennoch sind die einzelnen Züge so voll das man manchmal 2 Züge abwarten muss bis man sich irgendwie durch die Menschenmassen durchgequetscht bekommt. Endlich im Abteil ist es wie in einer Sardinenbüchse.

Leider haben wir das Jahr 2014. Von der Indischen Kultur und jeglichem Fremdländischen Flair ist nach dem Eintritt nichts mehr zu spüren. Wie in Westlichen Ländern sowie auch in Deutschland sitzen und stehen Menschen im Zug mit dem Handy am Ohr, in der Hand oder starren auf das Handy des Nachbarn. Die Mädchen und Jungs mittleren alters tragen Rucksäcke, Jeans und Hemden eben ganz bekannte Kleidung. Die indischen Frauen sind geschminkt und haben lackierte Fingernägel. Ich konnte es kaum glauben als ich eine indische Junge Dame in Leggings erblickte. Es sah ja nicht schlecht aus aber bin ich dafür jetzt 9000 Kilometer um die Welt gereist dachte ich mir.

Rauchen, essen und trinken sind in der Indischen Metro untersagt, dies gilt sogar für einfaches Wasser. Natürlich hielt auch ich mich an
die völlig zurecht vorhandenen Vorschriften und Anweisungen in diesem öffentlichen Verkehrsmittel die überall in Englisch an den Wänden standen. Zum Beispiel älteren, schwangeren oder körperlich benachteiligten Personen den Sitzplatz frei zu machen.

Wenn man die Metro-Station verlässt haut es einen wieder aus den Schuhen.

Die Ohren werden zuerst gequält: Hupen und allgemeines Gebrabbel der Hundert-tausenden Inder, quietschende Reifen und Geräusche von Auffahrunfällen.

Dann die Nase: Der Smok, die Abgase, Fäkalien und Verwesung gemischt mit gebratenen, gedünsteten und Frisch zubereiteten Lebensmitteln.

Und zum Schluss die Augen. Ein Labyrinth des Wahnsinns!

Genau die richtige Herausforderung für “Welten-Wanderer” wie mich und I Go.
Mir hat es trotz der Negativen Aspekte sehr gefallen. Vielleicht grade deswegen weil es so einen Stark auf einander treffenden Widerspruch sonst nirgendwo auf der Welt zu sehen gibt.

Und wir waren da….